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Militärisches Yoga – Meine freiwillige Klasse im Kosovo-Einsatz

Sonntagmorgen, 10 Uhr. Während andere ihre freie Zeit im Camp Novo Selo nutzten, um zu entspannen oder zu trainieren, begann für mich ein ganz besonderes Ritual: meine freiwillige Yoga-Klasse für Kameraden aus aller Welt.


Soldaten aller Welt bei meiner Yoga Lektion während meinem militärischen Auslandseinsatz im Camp Novo Selo, Kosovo
Soldaten aller Welt bei meiner Yoga Lektion während meinem militärischen Auslandseinsatz im Camp Novo Selo, Kosovo

Angefangen hatte alles damit, dass ich meine eigene Yogapraxis in der grossen Fitnesshalle des Camps zwischen den Crossfit Gruppen und der Kletterwand pflegte. Schnell bemerkte ich die neugierigen – manchmal auch etwas lüsternen– Blicke meiner Mit-Soldaten. Anstatt mich nur beobachten zu lassen, lud ich sie kurzerhand ein, selbst aktiv zu werden. Um meine Initiative offiziell sichtbar zu machen, gestaltete ich nach meinen täglichen Einsätzen im LMT-Büro (Liason and Monitorin Team Office) sogar einen eigenen Flyer, laminierte ihn zum Wetterschutz und platzierte ihn gut sichtbar am Eingang des Gyms.


Schweizer Swisscoy und amerikanische Soldaten bei meiner freiwilligen Yoga Lektion Sonntagsmorgen von 10 - 11 Uhr während meinem militärischen Auslandseinsatz im Camp Novo Selo, Kosovo
Schweizer Swisscoy und amerikanische Soldaten bei meiner freiwilligen Yoga Lektion Sonntagsmorgen von 10 - 11 Uhr während meinem militärischen Auslandseinsatz im Camp Novo Selo, Kosovo

Die erste Stunde war eine kleine Überraschung – vor allem für die muskulösen Männerkörper meiner Teilnehmer. Nach der ersten Runde Surya Namaskar (Sanskrit für eine spezifische Posen-Abfolgen namens "Sonnengruss") richtete sich ihre anfängliche Aufmerksamkeit von meiner Yoga-Hose auf ihre eigenen Bewegungsgrenzen. Ich zeigte ihnen, dass Yoga nichts mit Perfektion, sondern mit Achtsamkeit und Anpassung zu tun hat. Mit einfachen Hilfsmitteln wie Gürteln oder Handtüchern konnten auch sie Schritt für Schritt in die Asanas (Posen) finden – und lernten dabei, dass Flexibilität nicht nur körperlich, sondern auch mental entsteht.


Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Yoga verbindet Menschen, egal welcher Nationalität, Herkunft oder Körperkonstitution. Es war berührend, wie schnell aus anfänglicher Skepsis Begeisterung wurde – und wie diese gemeinsame Praxis einen Moment der Ruhe und Verbundenheit mitten im militärischen Alltag schaffen konnte.

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